Kinderwunsch & Weihnachten: Emotionale Unterstützung in einer sensiblen Zeit

Kinderwunsch Coaching Schrörs

Weihnachten ist für viele eine Zeit der Lichter, Rituale und Verbundenheit. Für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch kann sie jedoch besonders sensibel sein. Im Umfeld entstehen Bilder von Familienmomenten, während die eigene Sehnsucht oft schmerzhaft spürbar bleibt. Viele erleben diese Wochen als ambivalent: nach außen festlich, nach innen oft fragil.

Bei Vida Fertility begegnen wir Frauen, die sich genau in diesem Spannungsfeld befinden. Deshalb möchten wir Wege aufzeigen, diese Zeit mit mehr innerer Stabilität und Selbstfürsorge zu gestalten. Für diesen Artikel haben wir mit Christin Schrörs, systemischem Coach für Frauen im Kinderwunsch, gesprochen.

Christin, viele Patientinnen berichten uns, dass die Weihnachtszeit besonders belastend ist. Bevor wir darauf eingehen: Wie bist du dazu gekommen, Frauen im Kinderwunsch zu begleiten?

Ich begleite Frauen im Kinderwunsch, weil ich selbst einen langen Weg hinter mir habe. Diese Jahre waren geprägt von Hoffen, Warten, medizinischen Behandlungen und leider auch mehreren Fehlgeburten. Ich kenne das Gefühl, emotional sehr viel zu tragen und gleichzeitig funktional durch den Alltag zu gehen.

Besonders die Weihnachtszeit ist mir sehr präsent geblieben. Zu Beginn vieler Jahre habe ich mir gewünscht, dass ich bis zum kommenden Dezember schwanger bin oder dass wir das nächste Weihnachtsfest bereits mit einem Baby feiern. Und gleichzeitig verging Weihnachten um Weihnachten, ohne dass sich dieser Wunsch erfüllt hatte. Ich erinnere mich gut an dieses Spannungsfeld zwischen äußerer Festlichkeit und innerer Belastung.

Heute arbeite ich als systemischer Coach für Frauen im Kinderwunsch. In meiner Arbeit geht es darum, innere Stabilität, Orientierung und Selbstfürsorge zu entwickeln – mit kleinen, klaren Schritten, die sich im Alltag umsetzen lassen und gerade in sensiblen Zeiten tragen.

Warum empfinden viele Frauen im Kinderwunsch die Weihnachtszeit als besonders herausfordernd?

Viele beschreiben drei Themen, die im Dezember verstärkt spürbar werden: sozialer Vergleich, der Rückblick am Jahresende und Rituale, die stark auf Familien mit Kindern ausgerichtet sind. Viele klassische Rituale richten sich an Familien mit Kindern. Das führt oft zu dem Gefühl, nicht ganz eingebunden zu sein. Wenn eigene Hoffnungen unerfüllt geblieben sind, verstärkt sich dieses Empfinden zusätzlich.

Was hilft, mit typischen Situationen und Fragen besser umzugehen?

Viele Frauen fühlen sich von unvermittelten Fragen zur Familienplanung überrumpelt. Deshalb hilft es, sich ein bis zwei klare Sätze vorzubereiten, zum Beispiel:

„Danke, dass du fragst – ich möchte das Thema Kinderwunsch heute gerne außen vor lassen.“
„Wir sind noch nicht da, wo wir gerne wären, und belassen es für heute dabei.“
Es ist legitim, Einladungen auszusetzen, wenn Sie spüren, dass es Ihnen nicht guttut.
Zur Stabilisierung in emotional intensiven Momenten kann es hilfreich sein, individuell zu prüfen, was wirklich unterstützt.

Drei alltagstaugliche Möglichkeiten sind: die 4–2–6-Atmung (vier Sekunden einatmen, zwei Sekunden halten, sechs Sekunden ausatmen), die 3-2-1-Fokustechnik (drei Dinge sehen, zwei hören, eines körperlich wahrnehmen) oder ein kurzer „Mini-Exit“, etwa für frische Luft oder Wasser.
Diese Schritte bringen oft innerhalb weniger Sekunden Orientierung und Klarheit zurück.

Viele Rituale zu Weihnachten sind auf Familien mit Kindern ausgerichtet. Welche Alternativen können in dieser Zeit gut tun?

Eigene Rituale können inneren Halt geben. Hilfreich kann es sein, bewusst zu überlegen, was unabhängig von einem Kind gut tut, welche Aktivitäten die Partnerschaft oder das eigene Wohlbefinden stärken und welche Momente man bewusst gestalten möchte.

Mögliche Rituale können sein: ein ruhiger Moment am Heiligabend oder an einem anderen Tag, ein Spaziergang allein, mit dem Partner oder mit einer vertrauten Person, ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ohne Erwartungsdruck, ein besonders angenehm gestalteter Platz in der Wohnung oder eine kleine Tradition zu zweit, zum Beispiel ein bestimmtes Essen, ein gemeinsamer Spaziergang, eine Kerze oder ein Song. Auch ein kurzer Jahresabschlussmoment kann hilfreich sein, etwa indem man drei Aspekte festhält, die im vergangenen Jahr Kraft gegeben oder eine besondere Bedeutung hatten. Ebenso ein persönliches Ritual wie ein Satz für das kommende Jahr, eine Notiz an sich selbst, ein kleines Foto oder ein Moment der Stille.

Es geht nicht darum, klassische Rituale zu ersetzen, sondern darum, eine Form zu finden, die der eigenen Situation gerecht wird.

Was möchten Sie Frauen mitgeben, die sich an Weihnachten besonders allein oder überfordert fühlen?

Ich möchte Ihnen sagen: Es ist in Ordnung, wenn diese Zeit schwer ist. Viele Frauen erleben im Dezember eine Mischung aus Traurigkeit, Hoffnung und Überforderung. All diese Gefühle dürfen da sein. Sie müssen nichts kaschieren oder verdrängen.

Ein Satz, den viele als hilfreich empfinden, lautet: „Es ist verständlich, dass mich das heute berührt.“ Er schafft inneren Raum, statt Druck. Und: Sie sind nicht allein. Viele Frauen bewegen sich in dieser Phase in ähnlichen Gedanken und Empfindungen. Unterstützung zu suchen – bei Familie, Freunden oder auch im Coaching – kann Entlastung und Orientierung geben.

Vielen Dank, liebe Christin, für deine klaren und einfühlsamen Einblicke. Weihnachten kann für Frauen im Kinderwunsch emotional fordernd sein. Es ist hilfreich zu verstehen, warum diese Zeit belastend sein kann, und Wege zu finden, sie mit mehr Ruhe und Selbstfürsorge zu gestalten.

Bei Vida Fertility begleiten wir Frauen auf ihrem Weg zur Elternschaft, medizinisch und menschlich. Wenn Sie sich in den beschriebenen Situationen wiedererkennen und Austausch oder Unterstützung wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Gemeinsam mit Expertinnen wie Christin Schrörs unterstützen wir Sie dabei, diese sensible Zeit gut zu bewältigen. Wenn Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch wünschen, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Christin Schrörs ist systemischer Coach und unterstützt Frauen im Kinderwunsch auf ihrem Weg zu mehr Stabilität und Orientierung. Geprägt durch ihren eigenen, langen Kinderwunschweg und ihre berufliche Erfahrung aus Unternehmensberatung und Personalentwicklung arbeitet sie klar, einfühlsam und strukturiert – mit Blick auf das, was im Alltag wirklich trägt.

Kinderwunsch Coaching zu Weihnachten – Christin Schrörs

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