Ist eine PID bei einer Eizellspende notwendig?

epigenetica

Wenn ein Paar oder eine Frau den Kinderwunsch hat, kann es sein, dass Fruchtbarkeitsprobleme auftreten und eine Eizellspende in Betracht gezogen wird. Bei dieser Art von Behandlung tauchen oft viele Fragen auf.

 

Laut Dr. Katharina Spies ist eine der häufigsten Fragen in der Sprechstunde, ob eine PID bei Embryonen, die aus gespendeten Eizellen stammen, notwendig ist. Die Antwort ist nicht einheitlich, aber in den meisten Fällen ist dieser Eingriff nicht zwingend erforderlich.

 

Bei Vida Fertility möchten wir diese Frage mit einem professionellen, einfühlsamen und fundierten Ansatz beantworten – basierend auf wissenschaftlicher Evidenz und unserer täglichen klinischen Erfahrung.

clinica de fertilidad en madrid equipo Vida fertility Dra. Katharina Spies especialista en fertilidad madrid

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist eine Technik, mit der genetische oder chromosomale Veränderungen in Embryonen erkannt werden können, bevor sie in die Gebärmutter eingesetzt werden. Ziel ist es, die Geburt eines gesunden Kindes zu ermöglichen.

Dieser Eingriff erfolgt im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation (IVF), entweder durch konventionelle Befruchtung oder durch ICSI.
Am fünften Tag der Embryonenkultur wird eine Embryonenbiopsie durchgeführt, bei der eine oder mehrere Zellen entnommen und genetisch analysiert werden. Danach werden die Embryonen vitrifiziert, bis die Ergebnisse vorliegen.

Nach Vorliegen der genetischen Analyse werden die Embryonen mit einem normalen Karyotyp zur Übertragung ausgewählt.

Arten der PID

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) lässt sich in drei Haupttypen unterteilen, je nachdem, welche genetischen Anomalien erkannt werden sollen:

  • PGT-A zur Erkennung von Aneuploidien oder Chromosomenzahlveränderungen
  • PGT-M zur Diagnose monogener Erbkrankheiten
  • PGT-SR zur Untersuchung von strukturellen Chromosomenveränderungen

Was ist PGT-A und wann wird es durchgeführt?

PGT-A ist eine Labortechnik, bei der Embryonen vor dem Transfer auf chromosomale Auffälligkeiten untersucht werden.

Empfohlen wird sie besonders bei:

Das Hauptziel ist es, euploide Embryonen (mit korrekter Chromosomenanzahl) zu identifizieren, um die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen und das Fehlgeburtsrisiko zu senken.

Was ist PGT-M und wann wird es gemacht?

PGT-M (Präimplantationsdiagnostik für monogene Erkrankungen) dient der Erkennung spezifischer vererbbarer Krankheiten, die durch Mutationen in einem einzelnen Gen verursacht werden – wie z. B. Mukoviszidose, Fragiles-X-Syndrom oder Huntington-Krankheit.

Sie wird empfohlen für Frauen, die Trägerinnen einer entsprechenden Mutation sind.

Was ist PGT-SR und wann wird es durchgeführt?

PGT-SR (Präimplantationsdiagnostik für strukturelle Chromosomenveränderungen) beinhaltet eine Embryonenbiopsie zur Erkennung chromosomaler Ungleichgewichte (z. B. Translokationen), die durch vererbte strukturelle Veränderungen verursacht sein können.

Indiziert bei Paaren, bei denen ein oder beide Partner Träger solcher strukturellen Chromosomenveränderungen wie Translokationen oder Inversionen sind.

Für wen ist eine PID geeignet?

Eine PID wird besonders empfohlen bei:

  • Paaren mit genetischen Auffälligkeiten
  •  Veränderten Karyotypen bei einem der Partner
  • Frauen über 39–40 Jahre aufgrund höherer chromosomaler Risiken
  • Mehreren fehlgeschlagenen IVF-Versuchen
  • Wiederholten Fehlgeburten
  •  Auffälligem FISH bei Spermien

Und bei gespendeten Eizellen – ist eine PID bei Eizellspende notwendig?

Bei Eizellspenden ist die Ausgangslage anders. Die Eizellspenderinnen sind junge, gesunde Frauen ohne genetische Vorgeschichte und durchlaufen einen strengen Auswahlprozess. Zudem führen wir bei Vida Fertility stets ein umfassendes genetisches Matching zwischen Spenderin und männlichem Partner durch, um phänotypische und genetische Kompatibilität sicherzustellen.

Eine wichtige Studie, veröffentlicht 2020 in der Fachzeitschrift Human Reproduction, untersuchte die Wirkung von PGT-A bei Eizellspenden. Die Ergebnisse waren eindeutig: Es zeigte sich kein signifikanter Vorteil bei der Schwangerschaftsrate, wenn PGT-A bei Embryonen aus gespendeten Eizellen angewendet wurde.

Daher lässt sich auf Basis dieser Erkenntnisse sagen, dass es derzeit keine wissenschaftliche Grundlage gibt, die einen Nutzen von PGT-A bei jungen, gesunden Eizellspenderinnen – wie wir sie bei Vida Fertility sorgfältig auswählen – belegt. Dennoch bleibt es ein verfügbares Instrument für Patientinnen, die es ausdrücklich wünschen. Wir richten uns stets nach ihren Wünschen, um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten.

In diesem Zusammenhang ist das Risiko chromosomaler Auffälligkeiten erheblich geringer. Die Eizellqualität ist hervorragend, und ohne konkreten medizinischen Grund wird der routinemäßige Einsatz von PGT-A nicht empfohlen.

Bei konkreten Bedenken hinsichtlich genetischer Erbkrankheiten kann zudem ein gezielter Test wie PGT-M durchgeführt werden – unabhängig vom Alter oder der Vorgeschichte der Spenderin.

Die Eizellspende erleben: genetische Trauerbewältigung

Eine Behandlung mit Eizellspende anzunehmen, ist kein einfacher Schritt. Viele Paare und alleinstehende Frauen erleben eine tiefe genetische Trauer. Als medizinische Leiterin von Vida Fertility Madrid kann ich sagen, dass dies eine der ehrlichsten und schwierigsten Entscheidungen ist: zwischen dem Verzicht auf das eigene genetische Material oder auf die Möglichkeit, ein Kind zu bekommen.

Sobald die Entscheidung für die Eizellspende gefallen ist, eröffnet sich eine neue Perspektive. Die Genetik steht nicht mehr im Vordergrund, sondern die Familie, die man gründen möchte. In diesem Kontext kann es eine emotionale und finanzielle Erleichterung sein zu verstehen, dass zusätzliche Tests (wie PGT-A in den meisten Fällen) nicht notwendig sind.

In welchen Fällen kann eine PID bei Eizellspende sinnvoll sein?

Auch wenn es unüblich ist, gibt es bestimmte Situationen, in denen sie in Betracht gezogen werden kann:

  • Genetische Veränderungen beim Mann
  • Unerklärte Implantationsfehler
  • Klinische Vorgeschichte mit wiederholten Fehlgeburten ohne bekannte Ursache
  • Patienten mit hoher emotionaler Belastung, die Risiken minimieren möchten

Jeder Fall muss individuell bewertet werden. Bei Vida Fertility arbeiten wir interdisziplinär und entscheiden gemeinsam mit der Patientin, ob eine PID echten klinischen Mehrwert bietet.

Zweifel an Ihrer Eizellspende-Behandlung?

Jede Patientin ist einzigartig. Wenn Sie abwägen, ob eine PID in Ihrem Fall sinnvoll ist, oder wenn Sie gemeinsam mit uns die beste Vorgehensweise für Ihre Behandlung festlegen möchten, laden wir Sie zu einem Erstgespräch ein 

Dr. Katharina Spies und das gesamte medizinische Team von Vida Fertility sind für Sie da, um zuzuhören, zu beraten und Sie auf jedem Schritt zu begleiten.

Häufige Fragen zur PID bei Eizellspende

Häufige Fragen zur PID bei Eizellspende

Dr. Katharina Spies antwortet:

Es gibt mehrere klinische Gründe, warum eine Präimplantationsdiagnostik (PID) auch bei Eizellspende empfohlen werden kann:

  • Erfolgslose IVF-Zyklen mit eigenen Eizellen: Eine PID kann helfen, genetische Ursachen für Misserfolge zu erkennen.
    Schlechte Spermienqualität: Anomalien wie niedrige Konzentration, geringe Beweglichkeit, abnorme Morphologie oder hohe DNA-Fragmentierung können genetische Risiken bei Embryonen erhöhen – unabhängig von der Eizellqualität.
    Kryokonservierte Embryonen aus früheren Zyklen: Eine genetische Analyse vor dem Transfer kann die Erfolgswahrscheinlichkeit steigern.
    Embryonen aus einer anderen Klinik: Eine PID kann Informationen zur genetischen Eignung vor der Übertragung liefern.

Vorteile der IVF mit PGT-A

Dr. Katharina Spies antwortet:
Im Gegensatz zur Eizellspende ist die IVF mit PGT-A empfohlen, da sie folgende Vorteile bietet:

  • Erhöhte Implantationsrate: Die IVF mit PGT-A verbessert die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Embryo erfolgreich einnistet.
    Weniger Fehlgeburten: Viele Fehlgeburten beruhen auf chromosomalen Anomalien. Durch den Transfer gesunder Embryonen wird dieses Risiko reduziert.
    Höhere Lebendgeburtenrate: Durch die Auswahl der besten Embryonen steigt die Chance auf ein gesundes Baby.
    • Weniger fehlgeschlagene Versuche und effizientere Behandlung: PGT-A hilft, von Anfang an die Embryonen mit den höchsten Erfolgschancen zu identifizieren.
    Besonders empfohlen bei fortgeschrittenem mütterlichem Alter: Ab 38 Jahren ist das Risiko chromosomaler Veränderungen höher – PGT-A kann helfen, diese Risiken zu verringern.

Wann ist eine PID bei Eizellspende empfehlenswert?

Dr. Katharina Spies antwortet:
Wie bereits erwähnt, wird eine Präimplantationsdiagnostik (PID) insbesondere in folgenden Fällen empfohlen:

  • Paare mit genetischer Vorbelastung oder betroffene Personen
    • Frauen ab 38 Jahren
    • Wiederholte IVF-Fehlversuche
    • Zwei oder mehr Fehlgeburten
    • Frühere Schwangerschaften mit Fehlbildungen oder genetischen Erkrankungen
    • Auffällige genetische Befunde (z. B. Karyotyp oder FISH bei Spermien)
    • Schwerwiegende Einschränkungen im männlichen Faktor

Ist eine PID bei Eizellspende notwendig?

Die Präimplantationsdiagnostik (PID oder PGT) ist in keiner assistierten Reproduktionsbehandlung verpflichtend, sondern ein medizinisches Instrument, das je nach Fall individuell geprüft wird.

Bei IVF mit eigenen Eizellen kann sie in bestimmten klinischen Situationen sinnvoll sein – etwa bei fortgeschrittenem Alter, wiederholten Fehlgeburten oder vorherigen Implantationsfehlern.

Bei Eizellspende hingegen ist der routinemäßige Einsatz nicht indiziert. Dennoch sollte jede Entscheidung individuell getroffen werden, wobei stets die Sicherheit und das Wohl der Patientin im Vordergrund stehen.
Zweifel an Ihrem Fall? Vereinbaren Sie einen Termin mit unseren Spezialistinnen.

Termin anfragen



Ich akzeptiere die datenschutzbestimmungen*
Ich möchte mich für den Vida-Newsletter anmelden

Das könnte Sie interessieren

Neueste Nachrichten

Erfahrung

ℹ️ Die auf Vida Fertility veröffentlichten Informationen werden von unserem Ärzteteam und unseren Spezialisten für Reproduktionsmedizin geprüft und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie evidenzbasierter Medizin. Unser Team ist Mitglied wissenschaftlicher Fachgesellschaften wie SEF, ESHRE und SEGO.