Was ist Unfruchtbarkeit?

Unfruchtbarkeit

Schätzungen zufolge könnten weltweit zwischen 48 Millionen Paare und 186 Millionen Menschen im gebärfähigen Alter von Unfruchtbarkeit betroffen sein (nach aktuellen Daten der WHO). Unfruchtbarkeit bedeutet, dass eine Schwangerschaft nicht zustande kommt oder nicht voll ausgetragen werden kann. Sie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Dr. Katharina Spies spricht über Unfruchtbarkeit und Sterilität.

Im Vida Fertility Institute empfehlen wir Ihnen, einen Spezialisten aufzusuchen, wenn Sie nach einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger werden können. Wenn Sie über 35 Jahre alt sind, ist es sogar sinnvoll, nicht länger als sechs Monate zu warten.

Aber bedeuten Sterilität und Unfruchtbarkeit das Gleiche?

Diese beiden Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet, wenn es um die Frage geht, ob man schwanger werden kann. In Wirklichkeit handelt es sich um zwei unterschiedliche Begriffe, die sich darauf beziehen, ob eine Schwangerschaft bereits eingetreten ist oder nicht.

Wir sprechen von Sterilität, wenn Patienten nicht in der Lage sind, schwanger zu werden. Von Unfruchtbarkeit sprechen wir, wenn bereits eine Schwangerschaft eingetreten ist, diese aber aufgrund eines Problems nicht ausgetragen wurde, unterbrochen wurde und eine Fehlgeburt stattgefunden hat.

Wie wird Unfruchtbarkeit und Sterilität diagnostiziert?

Die Befruchtung einer Eizelle und eines Spermas ist ein hochkomplexer Prozess, bei dem jedes Teil des Puzzles eine wichtige Rolle spielt, damit es zusammenpasst und ein Embryo entsteht. Vom Eileiter muss es in die Gebärmutter wandern, wo es sich einnistet, um zu reifen und sich zu entwickeln, damit das gewünschte Kind geboren werden kann.

Aber gehen wir mal neun Monate zurück. Wird einer dieser empfindlichen Schritte in diesem Prozess bei dem Mann oder der Frau verändert, wird das Ergebnis nicht wie erwartet ausfallen. Die Folge sind Frustration und Entmutigung.

Aus diesem Grund ist eine detaillierte Untersuchung jedes einzelnen Patienten so wichtig, um eine genaue Diagnose zu erstellen. So kann festgestellt werden, wo das Grundproblem liegt und wie mit möglichst wenigen Versuchen eine Lösung gefunden werden kann.

Es gibt verschiedene Tests, mit denen man den Stand der Fruchtbarkeit feststellen kann. Zu Beginn des gesamten Ablaufs ist es notwendig, zu wissen was stattgefunden hat bevor wir uns kennen lernen (Krankengeschichte). Dann werden wir uns auf jeden Einzelnen konzentrieren.

Für die Untersuchung der Frau benötigen wir:
  • Blutuntersuchung zur Bestimmung der Hormone: AMH (Anti-Müller-Hormon), welches zusammen mit dem Follikel-Ultraschall eine verlässliche Aussage über die Anzahl der befruchtungsfähigen Eizellen gibt, FSH (follikelstimulierendes Hormon), welches die Eizellproduktion fördert und den Menstruationszyklus steuert, LH (luteinisierendes Hormon), welches die Reifung der Follikel steuert, und schließlich der Östradiolspiegel (Östrogen, welches eine Auskunft über die korrekte Funktion der Eierstöcke gibt).
  • Ultraschall zur Zählung der Antralfollikel. Mit diesem Test messen wir, wie viele Eizellen in jedem Eierstock vorhanden sind.
  • Hysterosalpingographie (HSG). Diese Untersuchung wird durchgeführt, um die Durchlässigkeit der Eileiter festzustellen (dass sie nicht blockiert sind).
Für die Untersuchung des Mannes ist es wichtig, folgenden Test durchzuführen:

Nach einer ersten Beurteilung folgt der Schritt zu weiterführenden Tests. Diese ermöglichen uns verschiedene Aspekte wie Genetik, Immunologie, den Zustand der Gebärmutterschleimhaut und weitere zu beurteilen.

Was sind die Hauptursachen für Unfruchtbarkeit und Sterilität?

Wie in diesem Artikel bereits erwähnt, kann Unfruchtbarkeit sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten.

Die Hauptursachen für männliche Unfruchtbarkeit sind folgende:
  • Geringe Spermienproduktion oder schlechte Spermienqualität infolge von: Störung der Spermienproduktion in den Hoden, genetischen Defekten, Diabetes oder Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten (Chlamydien, Gonorrhoe, Mumps oder HIV), Varikozele (oder vergrößerte Venen in den Hoden).
  • Ejakulationsprobleme: vorzeitige Ejakulation, Mukoviszidose, Hodenhochstand oder Verletzung der Geschlechtsorgane.
Die Hauptursachen weiblicher Unfruchtbarkeit sind:
  • Vorzeitige Menopause bzw. wenn die Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr ihre Funktion einstellen.
  • Ovulationsstörungen wie Hormonstörungen, z. B. aufgrund des polyzystischen Ovarialsyndroms. Überschüssiges Prolaktin (ein Hormon, das die Produktion von Muttermilch anregt). Hyperthyreose oder Hypothyreose (Überschuss oder Mangel an Schilddrüsenhormonen). Darüber hinaus können auch exzessive körperliche Anstrengung, Essstörungen oder Tumore den Eisprung beeinträchtigen.
  • Anomalien der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses, die die Eileiter verstopfen und die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter der Mutter verhindern können (Polypen, gutartige Tumore oder Gebärmuttermyome).
  • Beckenverwachsungen oder Narben, die sich nach Infektionen, Blinddarmentzündungen, Endometriose oder Operationen bilden.
  • Schäden oder Verstopfung eines oder beider Eileiter, z. B. Hydrosalpinx (Flüssigkeitsansammlung in den Eileitern).
  • Endometriose (Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter) beeinträchtigt die Funktion von Eierstöcken, Gebärmutter und Eileitern.

Einige Faktoren für Unfruchtbarkeit sind allgemein bekannt:

  • Unfruchtbarkeit aufgrund von Krebs und dessen Behandlung mit Strahlen- oder Chemotherapie.
  • Umweltfaktoren wie Pestizide, Chemikalien oder Strahlung sowie ungesunde Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Trinken und Drogenkonsum.

Wenn ich bereits ein Kind habe, kann es Probleme geben ein zweites zu bekommen?

Ja! Dies wird als sekundäre Unfruchtbarkeit bezeichnet und kommt häufiger vor, als Sie vermuten.

Die Ursachen können einige der in diesem Artikel genannten sein. Dazu gehören der Lauf der Zeit und das Alter oder eine Folge der ersten Schwangerschaft (z.B. eine mögliche Beckeninfektion) oder das Auftreten von Gebärmutterverklebungen.

Haben Sie weitere Fragen oder möchten Sie direkt mit einem Kinderwunsch-Spezialisten sprechen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir helfen Ihnen gerne weiter.

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